2018 Standrenovierung 25m

8. August 2018 by Horst Porsdorf

Umbau des 25m Standes des BSV Marl-Drewer

Unser alter Kugelfang bestand noch aus einer Schüttung aus Sand und einer davorgebauten Holzbrüstung. Die Holzbrüstung war auf Grund der vielen fehlgeleiteten Einschläge der reinste Flickenteppich und der Sand nicht mehr Sand, sondern Pulver. Die Staubbelastung war dadurch sehr hoch und konnte nur mittels Sprühnebel aus Wasser im Zaum gehalten werden. Deshalb entschlossen wir uns, etwas Neues zu bauen. Anfänglich liebäugelten wir mit einem Kugelfang aus Röhren, welche aus einem speziellen Gummimaterial bestehen und mit einer Füllung aus Granulat das Geschoss auffangen sollen. Leider lief mit dem Hersteller nicht alles so wie geplant. Ein Besuch bei einem Standbetreiber, welcher einen Geschossfang aus nur einer Granulatschüttung hat, ließ uns dann vollends Abstand von dieser Art nehmen. Also musste mal eben ein neuer Anbieter aus dem Hut gezaubert werden. Welches System? Ist es schon im Einsatz (wegen Zulassung und Referenzen)? Problem war auch noch, dass das Teil dann am Besten gestern schon geliefert werden sollte, da der Stand vermietet wird und der Verein damit seinen Unterhalt der Anlage finanziert. Das war alles nicht so einfach und kostete mich nicht nur viele Telefonate, sondern auch einige schlaflose Nächte. Zudem musste alles mit dem Schverständigen vorher abgesprochen und in trockene Tücher gewickelt werden.
Nach dem ich über Umwege einen Hersteller gefunden hatte, welcher mir kurzfristig helfen konnte, wurde noch mal alles mit dem Sachverständigen abgesprochen. Liefertermin passte. Daraufhin wurde das Monster bestellt: 10 Tonnen schwer, 12m breit, 2,20m hoch und Beschussfest bist 7000 Joule. yippie ya yeah.
Blieb noch der Boden. Wegen Mehrdistanz musste es ein spezieller zugelassener Belag sein. Da gibt es nicht viele Anbieter, zwei standen im Gutachten.
Also ganz schnell noch die Termine mit Bodenleger gemacht. Und da war er, der erste Tiefschlag: Der neue Sicherheitsboden kann nicht auf den alten, schiefen Betonboden verlegt werden. sch… Es muss ein Estrich gelegt werden, um den Boden halbwegs zu nivellieren. Toll, das Zeug braucht aber 28 Tage zum Trocknen und vorher kann der Belag nicht aufgebracht werden. Aus den 4 Wochen wird nichts mehr, meine schlaflosen Nächte haben wieder rapide zugenommen. Nach Überschlag liegen wir jetzt bei acht Wochen… Egal, wir fangen an.
Am 4.8.2018 wurde alles mobilisiert, was eine Schippe halten und eine Schubkarre fahren konnte. Erst mal musste der Sand raus; 86 Tonnen! Die Jungs waren nur noch am schöppen und karren. Draussen musste der Karren dann in die bereitstehenden Container geschüttet werden. Morgen können die alle ihre Klamotten in der Kinderabteilung kaufen. Die Jungs waren zu bedauern, aber wer Spaß haben will…
Sonntag Nachmittag war der Sand draußen – und der Rest fand sich im angrenzenden Traditionsraum und dem Rest vom Schützenhaus wieder…
Müsste mal einer aufwischen…
Montag sollte der Estrichleger kommen, er wollte besenrein! ok, also den Saal mal eben noch ausgespritzt und feucht durchwischt…
Montagmorgen standen die Estrichjungs vor der Tür. Folie rein, Kanten abgeklebt, Folien verklebt und tschüss
Donnerstag morgens standen die Jungs vor der Tür mit Betonpumpe und Mischer. Schläuche durch unser „Wohnzimmer“ rein in den Tanzsaal, und dann gings los. Von wegen, ein Betonmischer. Zum Schluss waren es glaub ich derer 5.
Es sah toll aus! Es ging aufwärts, wenn, ja wenn da nicht die blöde Feuchtemessung gewesen wäre. Nach ca 2 Wochen tat sich nicht mehr viel, aber viel zu weit von dem geforderten Wert weg. Was machen? Heizen? Fällt aus, wir bringen nur neue Feuchte ein.
Entfeuchter – brachte auch nicht das Ergebnis. Wie war das mit dem Feuchtemessgerät? Also schlau gelesen. Aha, die messen relativ zu dem Baustoff. Baustoff? Gips ist drin und die Messkrücke kann nur Holz und Ziegel??? Also Fahrkarte gemessen. Den Estrichleger um Hilfe gebeten, der hatte sich selbst schon bei Sachverständigen vergewissert – 28 Tage, dann ist das Zeug definitiv trocken.

Dem Bodenleger Bescheid gegeben, der Estrich ist trocken, ihr könnt euren Boden reinklatschen.

Wir wolln mal wieder schießen. ok, machen wir halt Vizekönig und ne Woche später Schützenfest

Am 13.9. kam dann der Bodenbelag. Waren auch mal wieder so einige Tonnen, welche bewegt werden mussten. Da es unter der Woche war, sah es mit Helfern mau aus. Aber auch das wurde gelöst. Die Matten waren ca 1m x 0,5m und 40mm stark aus Gummi. Man munkelt aus geschredderten Altreifen. Und unzählige 20 Liter Eimer mit der Beschichtungsmasse.
Dann wurde verlegt, gespachtelt, noch mal gespachtelt, vergossen und alles mit Farbe vollgeschmiert. Es wird! Sieht toll aus. Wir machen endlich sichtbar Fortschritt. Und wehe, es schießt mir da einer in den Teppich…
LKW mit dem Kugelfang ist für Montag avisiert. Juchu

Zwischendurch musste mal die Lüftung repariert werden; Lagerschaden. Denkste, Unwucht auch noch und ein defektes Dämpfungslager. ok, das machen wir so nebenbei.
Ach ja, da war doch noch was? Wie war das mit den Abschlussblechen aus unsichtbarem Material im Geschoßfang? ja, ja, die durften wir erst mal anfertigen aus bestehendem Altmaterial. Die mussten aber erst mal auf Maß geschnitten und anschliesend verstärkt werden. Also Jungs gesucht mit Plasmaschneider und Schweißgerät. Naja, nicht jeder der zusagt zu helfen, kommt dann auch real. Wieder drei Tage für dumme Nüsse verlorengegangen. Mein Kamm schwillt langsam…
Aber auch das geht mal zu Ende. Jetzt müssen die Dinger irgendwie da hoch und viel wichtiger, irgendwie mit der Hochblende vereinigt werden. Hält die das aus??? Wer kann das gewissenhaft sagen? Statiker! Jou, mit dem alles durchgesprochen und naja, man kann es so machen wie ich wollte. Ist zwar nicht Ingenieurlike, geht aber und erfüllt seinen Zweck.
So nebenbei musste die Absaugung verlegt und komplett erneuert werden, da die alte nur noch den Namen als Altmetall hatte. Wo bekommt man denn verdammt noch mal son Ding wieder her? Internet! eBay. 100%. Toll, aber nicht bei mir. Dauerte und dauerte wieder. Dann war auch das Lüfterchen da, die Jungs bauten eine Wohnung nach meinen Vorstellungen und wuchten das Ganze dann noch an die Wand.
Aber erst, wenn der Bodenbelag fertig ist, vorher absolutes Arbeitsverbot wegen Staub!
Die total zerschossene Decke mit Einschüssen aus anno tobak haben wir dann in Abendstunden etwas geschönt. Sieht wieder ansehnlicher aus. Jörg bekam irgendwann die Arme nicht mehr hoch. Über den Rest bin ich nicht informiert…
In diesem Zusammenhang wurde auch die Deckenbeleuchtung erneuert. Die war dem Sachverständigen immer ein Dorn im Auge, da im Schussfeld. Jetzt liegt die versteckt hinter der Hochblende.

Und dann war er da, der Tag, an dem der Kugelfang geliefert wurde. 11 Tonnen Hardox 500. Das musste erst mal alles durch Fenster fein säuberlich sortiert in den Traditionsraum zum Zwischenlagern.
Dann die Grundplatte aufbauen, ein Extra wegen den Geschossfangklappen zum Reinigen. Mist, da passt etwas nicht! Man, die haben die Zinken auf den 1/1000 mm genau gearbeitet. Schraubenzieherpassung hätte auch gereicht. Was machen? Mit Feile oder Flex leicht nacharbeiten?
Flex her! Passt!
Aufbauen
Nächstes Problem. Vereinzelt rutschen die Rückwandelemente nicht in die Aussparungen…Wir reden uns die Köpfe heiß…Idee, der Boden ist uneben, mehr als zugelassen. Der Hersteller schreibt 3mm auf der ganzen Länge. Also unterfüttern mit Blechen.
Neuer Versuch – geht doch. Das ging aber grad doch an die Nerven, die liegen eh schon blank.
Die Wand wächst stetig, die Arme werden länger. Jedes Lamellenelement wiegt 16kg und muss bis in 2m Höhe eingesetzt werden.
Aber alles hat mal ein Ende. Mittlerweile ist der Emmisionschutzvorgang eingetroffen. Drei Rollen a 120kg. Wenns nicht mehr ist, packen wir auch noch. In die Hände gespuckt und rein ins Wohnzimmer.
Die Befestigung der Stahlseile für den Vorhang wurde gedanklich noch mal überarbeitet und gefertigt. Im Segelshop passenden Stahldraht, Wantenspanner und Schäkel besorgt und die Seile schön straff gespannt. Die sollen ja nicht durchhängen in der Mitte. Dann die erste Gardine drüber…Hält??? Hält! Von der Berechnung her muss es mit 20x facher Reserve halten.
Wird doch. Jetzt noch die Bahnnummern dran, durchwischen und dann kann es losgehen.
Ach ja, zwischendurch haben wir den Sachverständigen kommen lassen zur Abnahme. Boooah, war seine erste Reaktion! Er kam aus dem Staunen nicht mehr raus! Alles genau inspiziert, aber mehr Interessenhalber als wegen der Sicherheit. Das hatten wir ja zum Glück alles schon vorher abgeklärt. Er gab uns noch einige Tipps für die Restarbeiten und gab uns die vorläufige Freigabe, wenn wir die sicherheitsrelevanten Arbeiten erledigt hätten. Dann wollte er die Endabnahme machen.

Puuh, geschafft.

Jetzt wollen wir aber auch mal schießen! Na, wie laut wird es? Erster Schuss! Ähmm, nix. Nochmal von einer anderen Stelle horchen. Bumm, nix. Die Hütte ist leiser als zuvor, kein Aufschlaggeräusch auf dem Kugelfang. Das war unsere größte Sorge.

Wir haben mal eben in zwei Monaten einen neuen Schießstand mit 11 Bahnen aus dem Boden gestampft. Stramme Leistung, Jungs und Mädels.
Jetzt mach ich erst mal Urlaub. Mist, bin ja schon Rentner… 🙂

Baubeginn: 04.08.2018
Bauende: 04.10.2018
Bauleitung: Wolfgang und Jörg
Kleingeld: Evelin und Michael
fürs Wohlbefinden: Evelin
Helfer: Marko, Bastian, Lothar, Klaus-Peter, Frank, Manuel, Marc, Michael, Joana, Patrick und und und…

Wir sehen uns bei Bier und Würstchen am Grill

Euer Wolfgang

 

Die Ruhe vor dem  Sturm

 

Die Luft wird dicker

noch sind die Container leer

Bleche der alten Wanne rausflexen

ich glaub, das Deo hat ihn verlassen

Arbeiterdenkmal

Die Wanne ist auf

Angriff auf die Zwischendecken

mal feucht durchwischen

Schützenfest…endlich mal wieder schießen

Auch die Hochblende verlangt mal nach Pflege

Rückwand verkleidet wegen Lärm

Erstbezug

Bleche klöppeln für den Geschossfang

Neuer Ablüfter

Der Boden Teil 1

Decke fein machen

Boden Teil 2

Neuer Ablüfter eingebaut

10 Tonnen Stahl….

….einfach so weg

nu liegen se dort

Denkerpause

was nicht passt, wird passend gemacht

Halter für die Wäscheleine….

….und seine Erzeuger

Die Wäsche hängt

geschafft

feddisch

 

 

 

 

 

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